Chronik

Von der Bierwirtschaft zum Gasthaus

Die Chronik vom Jägerstüble zeigt eine bewegte Geschichte, nach der von unseren Gästen immer wieder gefragt wird. Wir haben im Grundbuchamt von Oberharmersbach und bei alten Nachbarn nachgeforscht und aufgeschrieben, was noch zu finden war.

Viel Spaß beim lesen!

Chronik - Gasthaus Jägerstüble

Der Anfang

Wahrscheinlich wurde das Jägerstüble um 1820 gebaut. Von wem ist nicht mehr nachzuweisen, vermutlich von Familie Börschig.

8.10.1873 Johanna und Johannes Börschig, geb. Boschert, werden als Besitzer des Hauses mit Grundstück und Wald im Grundbuch eingetragen.

1897 verkauft Johanna Börschig das Haus an Xaver Uhl. Er nennt sich „Prinz Ludwig“, noch heute gibt es im Holdersbachtal das „Prinzen-Äckerle“.

11.12.1903 Zäzilia Hug, geb. Uhl, erbt das Anwesen.

Chronik - Gasthaus Jägerstüble

Nach der Währungsreform

09.08.1904 Zäzilia Hug verkauft an Luise und Leonhard Müller, Schwarzenbauer.

Während und nach dem 2. Weltkrieg leben im Haus immer wieder Flüchtlingsfamilien, die vor Bomben, Hunger und Elend geflohen waren.

17.11.1949 Frieda und Fritz Luft kaufen für 4000 Mark das Grundstück mit Haus. Fritz Luft war Architekt und begann schon nach dem Krieg ins Haus zu investieren. Er hatte mit Schwarzenbauer Müller vertraglich fest gelegt, dass er nach der Währungsreform das Haus mit Grundstück kaufen wird. Der Wald und das „Prinzen-Äckerle“ bleiben jedoch beim Schwarzenbauerhof und gehören heute noch dort hin.

Chronik - Jägerstüble

Der erste Wirt

1967 Wilhelm „Flinten-Willi“ und Lina Heinzmann, geb. Bauer, erwerben das Haus mit Grundstück von der Witwe Luft und eröffnen eine Bierwirtschaft – das „Jägerstüble“.

Der „Flinten-Will“ baute einen neuen Anbau ans Haus, in dem die Toilettenanlagen und die Wirtewohnung integriert wurden. Er sanierte das Dach und ein zweiter Anbau vergrößerte die Lagerräume der Wirtschaft.
Der „Flinten-Willi“ hatte auch Hobbys – er sammelte alle Arten von Waffen und man sagt, er wäre nie ohne Pistole unterm Kopfkissen schlafen gegangen.

Zu seiner Zeit florierten die Gasthäuser und das Jägerstüble lief recht gut. Es wurde gefeiert, getrunken, gegessen und….
…geschossen! Oftmals vom Stammtisch zu den Fenstern hinaus, einmal sogar durch das Nachthemd der Schwarzenbäuerin, das gerade auf der Wäscheleine beim benachbarten Hof hing.

Chronik - Jägerstüble

Der zweite Wirt

Zunehmende familiäre Probleme ließen den Flinten-Willi den Entschluss fassen, das Jägerstüble zu verkaufen.

Am 27.10.1980 verkauft Wilhelm Heinzmann „Flinten-Willi“ das Jägerstüble an Kurt und Waltraud Boheim, geb. Wurst, aus Durmersheim.

Kurt Boheim arbeitete beim Prototyp in Zell am Harmersbach und Waltraud kümmerte sich um die Wirtschaft.
Doch das konnte nicht lange gut gehen! Kurt musste abends und am Wochenende im Jägerstüble mit arbeiten und für das ältere Ehepaar wurde das Haus zunehmend zur Belastung.

Chronik - Jägerstüble Oberharmersbach

Der dritte Wirt

04.07.1986 kaufen Wilhelm-Gustav und Ruth Braun, geb. Honsel, aus Schwäbisch Gmünd von den Eheleuten Boheim das „Jägerstüble“.

Das Ehepaar Braun, schon fast im Rentenalter, hatten sich wohl mit der Arbeit verschätzt und die Gaststätte mit Pension wurde schnell zur Belastung für die Beiden. Sie kümmerten sich nur noch um die Pension und ließen die Gaststube für Wanderer und Ausflügler geschlossen. Was sich schnell als nicht rentabel heraus stellte.

Chronik - Gasthaus Jägerstüble

Der vierte Wirt war eine Wirtin

29.05.1991 – Regine Christoph aus Bad Mergentheim erwirbt mit ihrem Lebensgefährten Roland Dietl das Gasthaus.

Regine war Profi in der Gastronomie und Roland ein Künstler. Sie gingen mit viel Herzblut ans Jägerstüble, renovierten und vermarkteten die Gästezimmer in der Apothekerzeitung. Die Küche wurde auf Vollwert und vegetarische Spezialitäten umgestellt, was für die Einheimischen und Wanderer, die sich nach deftigem Vesper sehnten, schwer zu akzeptieren war.

Als Regine an Krebs erkrankte und starb, war für Roland schnell ersichtlich, dass er den Betrieb alleine nicht stemmen konnte. Er wurde ebenfalls krank und das Haus fiel an die Bank.

Chronik - Jägerstüble

Die fünften Wirtsleut'

Von 1995 – 1996 steht das Haus leer.

Am 14.11.1996 geht das Jägerstüble in Familienbesitz von Martin und Sonja Wurth, geb. Breig, aus Oberharmersbach.

Am 26.03.1997 wird nach umfangreichen Renovierungen das „Jägerstüble“ wieder eröffnet.

13.07.2007 bis 15.07.2007 großes Jubiläumsfest: 40 Jahre Jägerstüble und 10 Jahre unter Leitung von Familie Wurth!

Im Jahre 2017 feiert das „Jägerstüble“ nun 50 Jahre „Wirtshaus Jägerstüble“ und 20 Jahre „Wirtsleut Wurth“.