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Bioenergiedorf Oberharmersbach

Meine Gedanken zur „Nahwärme“ Oberharmersbach:
Laut Machbarkeitsstudie vom 28.09.2011 wird das Projekt „Nahwärme“ 12 Millionen Euro kosten.
Wer garantiert, dass es bei diesen 12 Millionen bleibt? Siehe S21, Elbphilharmonie und Berliner Großflughafen!
Für mich ist das eine ganz einfache Rechnung:
(Zuschüsse lasse ich außen vor, denn 1. bezahlt die immer der Steuerzahler und 2. bekomme ich die auch, wenn ich mir privat eine neue ökologische Heizungsanlage baue.) Wenn 400 Häuser anschließen, was ja der günstigste Fall wäre, dann sind das, bei  12 Mio., pro Haus 30 000 Euro – plus Zinsen bei 20 Jahren Laufzeit. Egal, wer nun das Geld aufbringt – Genossenschaft, Banken, Hauseigentümer usw. – diese Investition muss bezahlt werden!
Baut sich jedes dieser Häuser seine eigene Heizung wird das höchstens ein Drittel von 30 000 Euro für diesen Hausbesitzer kosten. Die Heizung läuft mindestens 20 Jahre, ich bekomme obige erwähnten Zuschüsse und ich kann heizen mit was ich will, wann ich will und wie viel ich will. Das heißt, ich bin UNABHÄNGIG!!!
Das Jägerstüble ist auch an Nahwärme angeschlossen. Wir bekommen die Wärme von der Hackschnitzelheizung vom Nachbar Schwabenlenz. Unsere 15 Jahre alte Ölzentralheizung springt bei Störungen sofort ein, wir haben in der Gaststube unseren Kachelofen und bezahlen bis jetzt die Hälfte des kWh-Preises, den ich von anderen Bioenergiedörfern mit „Nahwärmeversorgung“ weiß! Der Schwabenlenz bezieht die Hackschnitzel komplett aus seinem eigenen Wald, muss nichts dazu kaufen und wir schonen unseren Ölofen, der damit eine längere Haltbarkeit haben wird. Wir haben nicht viel weniger Heizkosten, als vorher mit Öl, aber wir sind umweltfreundlicher. Und die Leitung bis zu uns hat nur 3 % Wärmeverlust!!! 
So könnte man doch auch Bioenergiedorf werden: lauter kleinere Anlagen, die mit heimischem Holz betrieben werden.
So wie es mit dem Paulimühlenhof im Dorf geschieht, so wie es die Fa. Rombach im Obertal vor hat, so wie es bei uns hier ist und wie es noch ein paar kleinere gemeinschaftliche Anlagen im Ort gibt.
Vor allem hätten wir kein Standortproblem und das allerwichtigste – wir alle wären weiterhin autark!
Es wird von Gemeindeseite und Befürwortern der „Nahwärme“ immer wieder die Wertschöpfung und Bürgergemeinschaft aufgedeutet. Gemeinschaft ist immer gut, ich bin die Letzte, die gegen gemeinschaftliches Leben ist, im Gegenteil – nur in Gemeinschaft lässt es sich gut leben! Aber es muss eine solidarische Gemeinschaft sein – und keine Gemeinschaft, die abhängig macht! Gibt es Schwierigkeiten in Abhängigkeiten ist – auf deutsch gesagt – immer der Kleine der Depp! Wir werden aktuell von unseren Politikern sowieso immer mehr von viel zu vielem abhängig gemacht.
Vor einem Jahr wurden wir Holdersbacher von Gemeindeseite gebeten, das Holdersbachtal in gemeinschaftlicher Eigeninitiative an das öffentliche Abwasserkanalnetz anzuschließen. Wir hätten einen Zuschuss erhalten, den gewaltigen Rest an Kosten und Arbeit auf die Anwohner verteilen und anschließend die gleichen Abwassergebühren bezahlen sollen, wie die Bewohner im Ort. Die Kostenliste für dieses Projekt führte sogar noch gewaltige, von mir sofort widerlegte, Rechenfehler auf! Wir Holdersbacher haben uns gemeinschaftlich gegen dieses Projekt entschieden! Wir werden nur an die öffentliche Kanalisation anschließen, wenn die Gemeinde den Kanal baut! So wird wohl jedes Haus für sich selbst eine Kläranlage bauen müssen aber autark bleiben!
Einer unserer ältesten und weisesten Nachbarn hatte damals gesagt: „Wasser ist kostbar, und Wasser wird in Zukunft Luxus sein! Wir Holdersbacher haben den Luxus eigene und gute Wasserquellen zu besitzen, mit denen wir umgehen können wie wir wollen – und das darf uns „VIELLEICHT“ im Jahr auch mehr kosten!“
Nach genauen Berechnungen unsererseits wird es aber in 20 Jahren nicht mehr kosten, sondern weniger, und wir bleiben unabhängig!

Wasser, Strom, Heizung UND demokratische Freiheit – in naher Zukunft, oder eigentlich heute schon, Luxus! Wenn ich dann noch den Luxus habe, über diese Güter verfügen zu können, wie ich will, dann darf mich dieser Luxus auch „vielleicht“ mehr kosten!

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