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Ich bin dann mal weg…

…und verabschiede mich hiermit in den wohlverdienten Urlaub. Aber vorher muss ich Euch noch was berichten! Heute habe ich etwas erlebt, sowas hab ich in meinen 33 Jahren gastronomischer Laufbahn noch nicht erlebt. Ein alter, gebrechlicher und auf Hilfe angewiesener Mann sitzt heute am späten Nachmittag mit seiner Familie am Stammtisch und will einen Wurstsalat essen. Nach den ersten Bissen wird es ihm schlecht, er muss brechen – in den Wurstsalat. Die Familie versorgt den Mann, putzt alles wieder ordentlich weg und ich räume den „vollen“ Wurstsalat-Teller ab. Ich kann aber nicht auf den Teller schauen – ihr könnt Euch denken warum – stelle ihn schnell zum Abwasch in die Küche und verschwinde wieder in die Gaststube. Als ich wieder in der Küche erscheine, fragt mich unser Küchenmädel Simone mit einem Grinsen im Gesicht: „Sonja, was soll ich mit dem Gebiss machen?“ und deutet auf den immer noch vollen Wurstsalat-Teller. „Oh, Gott! Ich glaub’s nicht, ich kann das nicht wegmachen!“ antworte ich. Martin schnappt sich das Gebiss vom Teller, macht es sauber und bringt es, in Papierserviette eingepackt, an der Stammtisch mit den Worten: „Hier, Ihr Gebiss!“
Jetzt hat die Familie aber gar nicht mitbekommen, dass der Mann sein Gebiss verloren hatte und der Mann hat ja sowieso die ganze Zeit nicht geredet. Die jüngeren Mitglieder der Familie, dachten, der Koch will sie veräppeln. Als aber eine Frau die Serviette auspackt und die Beißerchen darin findet, fängt sie lauthals an zu lachen und bedankt sich überschwänglich bei mir.
Hätte ich, wie ich das eigentlich immer mache, den Teller in der Küche abgeräumt, wäre das Gebiss in der Lebensmittel-Reste-Tonne gelandet und morgen früh vom OCO-Lastwagen abgeholt worden. Na, das wäre ein Spaß für die Familie geworden!
Also, ich fand das ganze nicht so angenehm, und für den Mann und seine Familie war das sicher zuerst auch nicht so schön aber dem alten Herrn ging es wieder gut und als ich den Tag so Revue passieren lassen habe, musste ich lachen und auch jetzt beim aufschreiben kann ich mir ein Lachen nicht verkneifen 🙂
In diesem Sinne verabschiede ich mich mit einem Lächeln in die Betriebsferien – Tschüüüühüsssss!

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